Schock beim CSD: Moderatorin spricht über Veränderung nach Tragödie
Tagsüber leitete Ricarda Hofmann das Programm des Christopher Street Days (CSD) in Berlin, doch in der Nacht überwältigte sie die Fassungslosigkeit über den Vorfall, bei dem ein Auto in eine Menschenmenge raste. "Gerade fehlen mir eigentlich die Worte", teilte sie auf Instagram mit. "Was heute passiert ist, hat etwas in mir verändert."
Am Samstag moderierte Hofmann die zentrale Veranstaltung beim CSD am Brandenburger Tor. Später in der Nacht fuhr ein Fahrzeug in der Nähe des Potsdamer Platzes in eine Gruppe von Menschen am Tiergarten. Mindestens eine Person kam ums Leben, während zahlreiche weitere zum Teil schwer verletzt wurden.
Hofmann fügte in ihrem Beitrag hinzu: "Ich war heute beim CSD, nicht nur als Moderatorin, sondern als Teil einer Community, die zusammenkommt, um sichtbar zu sein. Um Liebe zu feiern. Um füreinander einzustehen."
Hunderttausende Menschen feierten am Samstag in der Hauptstadt den CSD. Die Straßenparade, Höhepunkt der bunten Wochenveranstaltungen, startete am Mittag und endete am Abend am Brandenburger Tor. Die Organisatoren wollten ein starkes Zeichen für Demokratie, Toleranz und Vielfalt setzen. Musikalisch beschloss unter anderem Popstar Sarah Connor die Feierlichkeiten am Brandenburger Tor.
Obwohl das Bühnenprogramm zunächst weiterging, wurden die Besucher wenig später von einem Moderator aufgefordert, das Gelände ruhig und geordnet zu verlassen. Auf den Videoleinwänden am Brandenburger Tor erschien der Hinweis "Evakuierung", und die Anwesenden wurden geraten, die U-Bahn-Stationen am Brandenburger Tor zu nutzen, anstatt in Richtung Siegessäule zu gehen. Auch über soziale Netzwerke erging der Appell: "Bitte geht nach Hause. Der CSD ist abgebrochen."
In der Nacht kündigten die Veranstalter zudem an, dass zwei für den Sonntag geplante Veranstaltungen abgesagt werden.
dpa/JP
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