Zukunft der Siedlung Westend: Neubaupläne und Leerstandskritik
Im Berliner Stadtteil Charlottenburg-Wilmersdorf gibt es neue Entwicklungen zur Siedlung Westend am Olympiastadion. Der Bezirk bestätigt, dass im Rahmen des Umbaus nun mehr Wohnungen entstehen sollen als ursprünglich bekannt. Die Deutsche Wohnen plant, 700 bis 800 neue Wohnungen zu errichten, während bisher von 650 ausgegangen wurde. Dies geht aus einer Anfrage des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) hervor. Die Neubauten sollen auf dem Gelände der Alliiertensiedlung realisiert werden.
Das Vorhaben ist nicht neu, denn die Pläne für den Wohnungsbau bestehen seit 2013. Bislang gab es jedoch wenig Fortschritt, und ein Baurecht für das Gelände liegt noch nicht vor. Seit fast fünf Jahren existiert ein städtebaulicher Vertrag zwischen Deutsche Wohnen und dem Bezirk. Geplant ist, rund 200 Wohnungen, die in den 50er Jahren in der Alliiertensiedlung errichtet wurden, abzureißen und durch moderne Neubauten zu ersetzen.
Die „Bürgerinitiative Siedlung Westend“ äußert Bedenken zu den neuen Entwicklungen. Steffen Unger von der Initiative erwähnt, dass den aktuellen Mietern versichert wurde, dass sie die neuen Wohnungen unter ähnlichen Bedingungen anmieten können. Ein konkretes Angebot dazu sei jedoch bislang ausgeblieben. Ein Sprecher der Deutschen Wohnen betont, dass die Bestandsmieter die Möglichkeit haben werden, in eine neue Wohnung innerhalb der Siedlung zu wechseln. Zudem sollen etwa die Hälfte der Neubauwohnungen zu einem preisgedämpften Mietniveau zur Verfügung stehen.
Die Bürgerinitiative spricht auch die mangelnden Investitionen in die Bestandswohnungen an und kritisiert, dass beispielsweise Fenster und Dächer nicht erneuert wurden. Auch der Leerstand in der Alliiertensiedlung sorgt für Unmut, da laut Initiative rund 100 Wohnungen leer stehen. Der Bezirk bestätigte diese Zahl und äußerte den Wunsch nach einer Zwischenermietung dieser Wohnungen, war jedoch aufgrund des aktuellen Planungsstandes zurückhaltend.
Oliver Schruoffenegger, Bezirksstadtrat für Umwelt und Ordnung, zeigt sich besorgt über die lange Untätigkeit seit 2013. Er fordert von Deutsche Wohnen Maßnahmen ein und erklärt, es sei an der Zeit, Druck aufzubauen. Das Zweckentfremdungsverbot verbietet einen solchen Leerstand, wodurch der Bezirk in der Lage wäre, bis zu 4.600 Euro für jeden leerstehenden Quadratmeter zu verlangen. Deutsche Wohnen hingegen plant, den Bau im Jahr 2028 zu beginnen, sofern bis dahin alle erforderlichen Genehmigungen erteilt werden.
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