Todesfälle durch Legionellen in Berliner Seniorenheim
In einem Seniorenwohnheim in Reinickendorf, das der landeseigenen Immobiliengesellschaft Berlinovo gehört, ist das Trinkwasser durch Legionellen kontaminiert. In diesem Heim an der Veitstraße in Tegel gab es zwei Todesfälle, und fünf weitere Bewohner wurden in ein Krankenhaus eingeliefert. Es bleibt jedoch unklar, ob die Legionellen im Wasser tatsächlich die Ursache für die Todesfälle waren.
Das Heim wird von den Johannitern betrieben, und die zentrale Frage ist, ob die Berlinovo als Eigentümerin des Gebäudes rechtzeitig auf die Berichte über den Legionellenbefall reagiert hat. Legionellen sind Bakterien, die sich besonders gerne in Warmwasserleitungen ansiedeln und bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad optimal gedeihen. Infektionen können durch das Einatmen von aerosolisierte Wassertropfen, beispielsweise beim Duschen, übertragen werden. Die Folgen können von einem milden Fieber bis zur potenziell tödlichen Legionärskrankheit, einer schweren Lungenentzündung, reichen.
Seit Jahresbeginn wurden in Berlin bereits 54 Fälle von Legionellose registriert. Immer wieder wird in der Stadt über Legionellenbefall in Wohngebäuden berichtet. Zuletzt gab es im Mai Meldungen über Vorfälle in Lichtenrade, die durch die private Immobiliengesellschaft Adler-Group betroffen waren, wobei hier von einer Vernachlässigung des Eigentümers die Rede war. Nach dem Infektionsschutzgesetz und der Trinkwasserverordnung sind Legionellenbefälle doppelt meldepflichtig. Die Senatsgesundheitsverwaltung hat entsprechende Warnhinweise und Handlungsanweisungen veröffentlicht.
Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) hat in der 28. Meldewoche fünf neue Fälle von Legionellose gemeldet, betroffen sind zwei Männer und drei Frauen im Alter zwischen 40 und 85 Jahren mit einem Median von 81 Jahren. Die Krankheitsausbrüche traten zwischen Ende Juni und Anfang Juli auf.
Die Berlinovo ist eine von sieben Wohnungsgesellschaften des Landes Berlin und entstand aus dem verbliebenen Wohnungsbestand der 2001 insolvent gewordenen Berliner Bankgesellschaft. Im Zuge des Immobilienbooms wandelte sie sich von einer „Bad Bank“ zu einem erfolgreichen Unternehmen mit solide finanzieller Basis, das über 30.000 Wohnungen besitzt, darunter 20.000 in Berlin. Der Aufsichtsratsvorsitzende ist Finanzsenator Stefan Evers (CDU), und die Berlinovo ist zudem für den Bau von Spezialimmobilien, beispielsweise Studierendenwohnheimen und Pflegeeinrichtungen, im Auftrag des Senats zuständig. 2022 kaufte das Unternehmen auf Druck des Senats mehr als 4000 Wohnungen von der privaten Unternehmensgruppe Vonovia und Deutsche Wohnen in Staaken, Alt-Glienicke und Britz.
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!