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Alkoholverbot an Bahnhöfen: Sicherheit für alle Reisenden

Berliner Morgenpost — Berlin · 21. Juli 2026, 13:56 Uhr · 4 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Alkoholverbot an Bahnhöfen: Sicherheit für alle Reisenden

Seit April 2025 besteht in Hamburg am Hauptbahnhof ein Verbot für den Alkoholkonsum. Erste Rückmeldungen zeigen, dass die Anzahl der Konflikte und Auseinandersetzungen dort spürbar abgenommen hat. Dies hat zu einem gesteigerten Sicherheitsgefühl bei den Reisenden geführt, während gleichzeitig der Reinigungsaufwand gesenkt wurde.

Das Verbot, das zurzeit an 30 großen Bahnhöfen in Deutschland gilt, wird bis zum 15. Oktober auch auf alle anderen Bahnhöfe ausgeweitet. Zu Beginn stellte sich mir die Frage: „Kann ich im Speisewagen kein Hefe mehr trinken?“. Ein beklemmendes Gefühl machte sich breit. Einige Menschen denken zunächst an die eigenen Bedürfnisse. Für mich ist das Trinken von Bier auf meinen Abendfahrten ein gewohnter Bestandteil. Es trägt zur Gemütlichkeit bei und macht die Reise angenehmer. Doch ich spreche hier von einem Bier, nicht von ausufernden Feiern. Unabhängig von meinen Wünschen muss ich die Menschen, die in Zügen oder an Bahnhöfen arbeiten, respektieren. Sie sind einfach dazu da, ihre Arbeit zu machen.

Ein Blick auf die aktuelle Meldung klärte mich: In den Zügen sowie in der Gastronomie der Bahnhöfe wird weiterhin Alkohol angeboten. Es ist allgemein bekannt, dass Alkoholkonsum das Verhalten vieler Menschen beeinflusst, was zu Problemen im Umgang mit anderen führen kann. Dieter Puhl, der über 30 Jahre in der Wohnungslosenhilfe in Berlin gearbeitet hat, thematisiert in seiner Kolumne auch das Älterwerden.

Leider sind Übergriffe auf Mitarbeiter des Bahnbetriebs keine Seltenheit, und die Zahl der Beleidigungen, Gewalttaten und in Einzelfällen sogar Morddelikte nimmt zu. Branchenexperten, die direkt vor Ort arbeiten, sehen hierin oft einen Zusammenhang.

Früher sprach man oft von der Deutschen Bahn als einer „Familie“. Dieser Gedanke gehört zwar der Vergangenheit an, aber viele setzen sich weiterhin dafür ein, dass dies nicht nur ein Mythos bleibt. Arbeitgeber, die für ihre Angestellten Verantwortung tragen, müssen auch deren Sicherheit gewährleisten. Das Alkoholverbot ist ein Schritt in die richtige Richtung, um das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu steigern.

Der Verzicht auf Alkohol am Bahnsteig scheint ein geringer Preis zu sein, wenn man über die möglichen Vorteile nachdenkt. Es geht nicht um Einschränkungen, sondern um die gewonnene Sicherheit für alle im Betrieb. Wenn Mitarbeiter dadurch weniger Beleidigungen oder Angriffe erleben, ist das ein Preis, den man gerne zahlt.

Es ist bekannt, dass im Straßenverkehr Verbote auch der Sicherheit dienen. Alkohol am Steuer führt ebenfalls zu erheblichen Problemen. Unsere Freiheit endet dort, wo andere in Gefahr geraten.

Wie das Verbot umgesetzt wird und ob genügend Personal zur Verfügung steht, wird zurzeit diskutiert. Die Bundespolizei und andere Interessengruppen verhandeln über die Umsetzung, was keinen leichten Job darstellt.

Ein wichtiges Thema sind auch die obdachlosen Menschen, die häufig an Bahnhöfen anzutreffen sind. Ich habe über drei Jahrzehnte in diesem Bereich gearbeitet und geleitet – die Bahnhofsmission am Zoo ist dabei ein Beispiel. Ich unterstütze die Maßnahmen der Bahn.

Die Bahnhofsmissionen ermöglichen obdachlosen Menschen Hilfen wie Lebensmittel, Kleidung und Seelsorge. Das Angebot an professionellen Beratungen steht ebenfalls bereit, wenn die Mittel es zulassen. Mitunter hat die Bahn solche Programme auch finanziert, um Betroffenen beim Aufhören mit dem Trinken zu helfen.

Obdachlose Menschen sind häufig von Alkoholproblemen betroffen, sind jedoch keineswegs nicht einsichtig. Sie dürfen weiterhin außerhalb der Bahnhöfe konsumieren, aber nicht mehr in deren unmittelbarem Umfeld.

Ich wünsche mir, dass obdachlosen Menschen ein sicherer Raum, ein eigenes Zuhause und notwendige Fachhilfen zur Verfügung stehen. Das Problem der Wohnungslosigkeit ist auch ohne das Alkoholverbot nicht neu. Das eigentliche Problem ist, dass wir noch zu wenige Wohnmöglichkeiten für Menschen ohne Dach über dem Kopf schaffen.

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