Neues Alkoholverbot stärkt Sicherheit an Bahnhöfen der S-Bahn Berlin
Die Deutsche Bahn plant, an ihren Bahnhöfen mehr Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten, indem sie ein umfassendes Alkoholverbot einführt. Das Trinken von Bier, Wein, Schnaps oder anderen alkoholischen Getränken auf Bahnsteigen oder in Bahnhofshallen außerhalb der gastronomischen Bereiche wird verboten. Dies betrifft auch die Stationen der Berliner S-Bahn.
„Die neue Regelung wird bis zum 15. Oktober 2026 schrittweise an 5400 Bahnhöfen bundesweit eingeführt“, so ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Nachfrage der Berliner Morgenpost. „Die S-Bahnhöfe in Berlin sind davon ebenso betroffen.“ Die Bahn verfolgt mit dieser Maßnahme das Ziel, den Schutz der Mitarbeitenden sowie der Reisenden zu erhöhen.
In Berlin gilt bereits seit Mai ein Alkoholverbot an zwei Bahnhöfen: dem Zoologischen Garten und dem Ostbahnhof. Bei Verstößen drohen Hausverweise oder Hausverbote. Laut der Deutschen Bahn sei die Rückmeldung zu dieser Regelung durchweg positiv. „Die Erfahrungen dort sind eindeutig“, erklärte Bahn-Chefin Evelyn Palla. „Alkoholfrei heißt: weniger Gewalt und weniger Müll.“
Ab dem 1. September sollen die nächsten Bahnhöfe, darunter Gesundbrunnen und der Hauptbahnhof, alkoholfrei werden. Auf den Zügen gelten dagegen unterschiedliche Regelungen je nach Region. In Berlin legt der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) die Beförderungsbedingungen fest. Demnach sind Personen von der Mitnahme ausgeschlossen, wenn sie eine Gefahr für die Sicherheit oder Ordnung darstellen, beispielsweise weil sie alkoholisiert sind. Außerdem ist der Konsum von offenen Getränken untersagt.
„Unsere Mitarbeitenden setzen die Regeln konsequent und gleichzeitig mit Augenmaß um“, erklärte ein Sprecher der Bahn dazu. Dies gilt auch für die mobilen Teams, die im Rahmen eines im Juni gestarteten Sofortprogramms für Sicherheit und Sauberkeit in der S-Bahn eingesetzt werden. Vier Teams, bestehend aus Reinigungs- und Sicherheitskräften, sind derzeit im S-Bahn-Netz unterwegs.
Der Brandenburger Infrastrukturminister Robert Crumbach (SPD) hat die Situation in den Zügen ebenfalls im Blick und fordert, den Alkoholkonsum im öffentlichen Nahverkehr weitreichender zu untersagen, einschließlich in Regionalzügen, S-Bahnen und Bussen. „Wir wissen aus Erfahrung, dass viele Übergriffe auf Zugbegleiter und viele Stresssituationen unter Alkoholeinfluss geschehen“, betonte Crumbach. „Wer trinken möchte, sollte dies zu Hause oder in der Kneipe tun. Die Bahn und der Bus sind nicht der richtige Ort dafür.“
Erst kürzlich kam es zu einem Vorfall mit einem betrunkenen Fahrgast, der kein Ticket hatte und aggressiv reagierte, als ein Bahnmitarbeiter ihn aufforderte, nachzuzahlen. Der Vorfall führte dazu, dass die Polizei eingeschaltet wurde. Der 36-Jährige wurde anschließend der Bundespolizei übergeben und konnte seine Reise später im Regionalverkehr mit einem Deutschlandticket fortsetzen.
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