Hauptstadt Report
Welt

BVG führt "Pink*Zones" ein: Sicherheit durch Sichtbarkeit

Berliner Morgenpost — Berlin · 21. Juli 2026, 14:32 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
BVG führt "Pink*Zones" ein: Sicherheit durch Sichtbarkeit

Die BVG startet das Pilotprojekt "Pink*Zone" und setzt dabei auf auffällige und knallige Farben, um auf ihre Notrufsäulen aufmerksam zu machen. Diese Säulen sind üblicherweise am Anfang und Ende von Bahnsteigbereichen platziert und sollen klar signalisiert werden, wo Fahrgäste im Notfall Hilfe erhalten können.

Henrik Falk, der Vorstandsvorsitzende der BVG, stellte die neuen Markierungen am Bahnsteig der U5 am Alexanderplatz vor. Weitere Teststandorte befinden sich im Bahnhof Kurfürstenstraße und Britz-Süd. In naher Zukunft sollen auch die Bahnhöfe Walter-Schreiber-Platz und Osloer Straße mit solchen auffälligen Markierungen versehen werden. Die BVG beabsichtigt, verschiedene Farben zu testen, um die Effektivität der Sichtbarkeit zu optimieren.

Über die Notrufknöpfe an den Säulen können Reisende, die sich unsicher fühlen, rund um die Uhr Kontakt zur Notrufzentrale aufnehmen. Diese Zentrale ist permanent mit Sicherheitsmitarbeitern und einem Polizisten besetzt. Die Sicherheitskräfte können die Notrufsäulen über Kameras in Echtzeit überwachen und im Notfall schnell reagieren, indem sie eine Sicherheitsstreife alarmieren. Außerdem kann die Zentrale mithilfe von GPS jederzeit den Standort ihrer 250 Sicherheitsmitarbeiter ermitteln.

Pro Tag erhält die BVG rund 800 Notrufe, darunter auch falsche Alarme. Die genaue Anzahl der Fehlalarme wird jedoch nicht erfasst, derzeit sind 570 Notruf- und Informationssäulen im Betrieb. Falk betonte, dass die Sicherheit nicht nur durch Technik und Personal gewährleistet wird, sondern auch durch eine klare Orientierung. Mit dem "Pink*Zone"-Projekt strebt die BVG an, die Notruf- und Informationssäulen besser sichtbar zu machen, sodass Passagiere sofort erkennen, wo sie Hilfe finden können.

Die Einführung der neuen Markierungen soll die bereits erfolgreiche Sicherheitsstrategie der BVG unterstützen. Im ersten Halbjahr 2026 zeigte sich ein Rückgang bei Körperverletzungen um 14 Prozent, während die Fälle von Sexualdelikten um 5 Prozent und Taschendiebstählen um etwa 31 Prozent gesenkt werden konnten. 2025 wurden 13.585 Straftaten in den U-Bahnen, S-Bahnen, Straßenbahnen, Regionalzügen und Bussen der BVG registriert, eine Zahl, die leicht unter dem Vorjahreswert liegt. Allerdings stiegen die Fälle von Sexualdelikten sowie die Anzahl weiblicher Opfer.

Die BVG bittet die Fahrgäste nun um Feedback zur Testphase der neuen Farben. Auf den Flächen vor den Notrufsäulen sind QR-Codes aufgedruckt, über die die Nutzer ihre Eindrücke mitteilen können. „Wir möchten herausfinden, was im Alltag wirklich funktioniert. Dieses Feedback wird in die zukünftige Entwicklung des Projekts einfließen“, erklärt Jenny Zeller-Grothe, die BVG-Vorständin für Betrieb und Personal. Erste Tests der Notrufzentrale ergaben, dass die Verständlichkeit bei hohen Umgebungsgeräuschen, wie etwa durch an- und abfahrende U-Bahn-Züge, eingeschränkt ist.

Artikel teilen mit:

Kommentare (0)

Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!

Kommentar schreiben