Eichenprozessionsspinner in Berlin: Strandbad verliert Gerichtsverfahren
Die Eichenprozessionsspinner haben Berlin seit mehreren Wochen fest im Griff und bereiten besonders im Volkspark Jungfernheide große Probleme. Aufgrund der anhaltenden Gefahr ist das Strandbad dort seit Ende Mai geschlossen. Die Betreiberin des Strandbads hat sogar rechtliche Schritte eingeleitet, um eine schnellere Bekämpfung der Schädlinge zu erreichen, jedoch war dies zunächst erfolglos.
Laut einer Mitteilung einer Sprecherin des Verwaltungsgerichts Berlin besteht kein Anspruch auf eine vorrangige Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner im Umfeld des Freibads. In ihrer Klage argumentierte die Betreiberin, dass die ergriffenen Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung unzureichend seien und die Priorisierung der Bezirke nicht plausibel sei. Sie verwies zudem auf die Gefahren für ihre Mitarbeiter und die existenzbedrohenden finanziellen Einbußen.
Im Gebiet des Strandbads wachsen Tausende von Eichen, und der Volkspark gehört zu den am stärksten betroffenen Regionen in Berlin in diesem Sommer. Die Brennhaare der Raupen des Eichenprozessionsspinners können zu schweren allergischen Reaktionen, Hautreizungen und Atembeschwerden führen.
Das Verwaltungsgericht entschied, dass die Bezirksämter bei der Bekämpfung der Schädlinge Prioritäten setzen dürfen. Dies ist vor allem wichtig, da nur begrenzte Fachunternehmen zur Verfügung stehen. Die Entscheidung sei nachvollziehbar, insbesondere weil Behörden Einrichtungen wie Schulen, Kindertagesstätten und Sporteinrichtungen bevorzugen.
Bislang ist das Urteil nicht rechtskräftig, und die Betreiberin des Strandbads kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg einlegen. In der Zwischenzeit hofft das Strandbad, in der kommenden Woche seine Türen wieder öffnen zu können.
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