Danger Dan und Igor Levit diskutieren rechten Terror in Berlin
Die Musiker Danger Dan und Igor Levit haben in der vergangenen Woche ein Ersatzkonzert im Columbia Theater in Berlin gegeben, nachdem ihr geplanter Auftritt bei ZDF abgesagt worden war. Während des Konzerts sprachen sie eindringlich gegen Rechtsextremismus und thematisierten die öffentliche Debatte darüber, ob es gerechtfertigt war, sie aus der ZDF-Sendung auszuschließen. Danger Dan stellte fest, dass dies nicht die zentrale Frage sei. Vielmehr sollte die Diskussion darauf gerichtet sein, wie man mit Faschistinnen und Faschisten umgeht, die sowohl in politischen Ämtern als auch auf der Straße aktiv werden.
Danger Dan äußerte besorgt, dass die rechte Gewalt in Deutschland rapide ansteigt und immer brutaler wird. „Wie gehen wir damit um?“, fragte er und appellierte an die Zuhörer, über Möglichkeiten nachzudenken, wie man Menschen unterstützen kann, die in Gebieten leben, in denen sie von Nazis bedroht werden. „Wie nehmen wir ihnen die Angst und zeigen, dass sie nicht allein sind? Das ist die entscheidende Frage."
Levit schloss sich diesen Überlegungen an und stellte während des Konzerts, das live auf YouTube übertragen wurde, die Frage nach der Hilfestellung für von rechter Gewalt betroffene Personen.
Ursprünglich wollten Danger Dan und Levit ihr Lied „Keine Angst“ in der hundertsten Folge der Kabarettsendung „Die Anstalt“ präsentieren, die sich mit Themen rund um Radikalisierung und der Wehrhaftigkeit der Demokratie beschäftigt. Doch kurz vor der Aufzeichnung wurde das Stück vom ZDF als riskant angesehen, da der Text als Aufruf zur Gewalt interpretiert werden könnte. Intendant Norbert Himmler erklärte in einem Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“, dass es ein Fehler gewesen sei, die Entscheidung so kurzfristig zu treffen.
Das ZDF habe die Diskussion über die Inhalte und die Verantwortung der Kunstfreiheit in diesem Kontext verpasst, so einige Kritiker, darunter auch Mitglieder des ZDF-Fernsehrats in einem offenen Brief, der auf „netzpolitik.org“ veröffentlicht wurde. Sie kritisierten die Entscheidung und begaben sich in den Vorwurf, dass eine Möglichkeit verpasst wurde, eine breitere Debatte über Rechtsextremismus in Deutschland zu führen.
Bei dem Konzert in Berlin hatten die Veranstalter die Möglichkeit genutzt, um an die Opfer rechter Gewalt zu erinnern, darunter auch an den rechtsterroristischen Anschlag im Münchner Olympia-Einkaufszentrum vor zehn Jahren. Das Ersatzkonzert trug den Titel „Die Keine Angstalt“ und der Erlös wird dem Brandenburger Verein Opferperspektive zugutekommen, der sich für die Unterstützung von Opfern rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt einsetzt.
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