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Seltene Ringelnattern in Berlin: Wissenschaftler warnen

kamal · 24. Juli 2026, 11:40 Uhr · 2 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Seltene Ringelnattern in Berlin: Wissenschaftler warnen

Im Britzer Garten sowie rund um das Tegeler Fließ und im Spandauer Forst können Spaziergänger derzeit auf Ringelnattern treffen, die von der typischen einfarbigen grauen Färbung abweichen. Einige dieser Schlangen weisen auffällige, helle Längsstreifen auf und sind damit ungewöhnlich für die Region. Dies wurde durch zahlreiche Sichtungen beobachtet, was ein Forschungsteam des Berliner Naturkundemuseums veranlasste, genetische Analysen der Tiere durchzuführen. Die Ergebnisse der Studie, die im Fachjournal „Conservation Genetics“ veröffentlicht wurden, stammen zuerst in den Medien vom „Tagesspiegel“.

Die Untersuchungen ergaben, dass es sich nicht um eine neue Artenvariation handelt, sondern um Ringelnattern mit genetischen Merkmalen der Balkan-Ringelnatter (Natrix natrix moreotica). Diese Unterart ist im südlichen Balkan sowie in Teilen von Kleinasien heimisch. Neben eingeschleppten Individuen entdeckten die Forscher auch Hinweise auf eine weitere Unterart, deren Herkunft unklar bleibt. Diese könnte entweder ausgesetzt worden sein oder auf natürliche Weise nach Norden gewandert sein. Darüber hinaus ist es bemerkenswert, dass selbst genetisch als einheimisch geltende Ringelnattern Rückenstreifen aufweisen, was darauf hindeutet, dass es schon längere Zeit zu einer genetischen Vermischung gekommen sein könnte und das Streifenmuster weiterhin erhalten geblieben ist.

Mindestens sieben Standorte in Berlin haben Berichte über gestreifte Ringelnattern vorzuzeigen. Die Feldforschung bestätigte das Vorhandensein solcher Tiere in drei untersuchten Gebieten, wobei die genetischen Analysen insbesondere im Britzer Garten darauf hinweisen, dass hier möglicherweise mehrere Tiere einer fremden Unterart ausgesetzt wurden.

Die Autoren der Studie warnen vor den möglichen Folgen dieser Entwicklung, da die genetische Eigenständigkeit der heimischen Ringelnattern darunter leiden könnte. Zusätzlich sind die gestreiften Balkan-Ringelnattern an unterschiedliche klimatische Bedingungen angepasst, was sie in der Berliner Umwelt möglicherweise benachteiligen könnte. Die langfristigen Auswirkungen auf die Berliner Ringelnattern sind jedoch noch nicht absehbar. Um den Bestand zu schützen, empfehlen die Wissenschaftler ein engmaschiges Monitoring und die Eindämmung der Ausbreitung genetisch vermischter Schlangen in benachbarte populäre Bereiche.

Insgesamt wertete das Forschungsteam mehr als 400 Sichtungen von Ringelnattern im Berliner Stadtgebiet aus, die über Citizen-Science-Portale wie iNaturalist, Artenfinder Berlin und NABU Naturgucker gemeldet wurden. Zudem analysierten die Forscher das genetische Material von 27 Schlangen und bestätigten in Berlin die Anwesenheit von gestreiften Ringelnattern an sieben Standorten.

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